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Zucchinianbau – Eine Frage des Verwendungszwecks

25/04/2021

Zucchinianbau – Eine Frage des Verwendungszwecks

 Die Zucchini gehört, anders als man vermuten würde, zur Familie der Kürbisgewächse. Um den Zucchinianbau zu planen, muss zunächst geplant werden, welcher Verwendungszweck für das Produkt vorgesehen ist. Hier ist die Verarbeitungsware, von Zucchini für den grünen Markt, zu trennen.

Jene Pflanzen für den grünen Markt zeichnen sich durch besonders hohe Qualität und gesonderte Anforderungen an die Optik der Früchte aus. Um dies zu erreichen, werden Hybridpflanzen benutzt, welche allerdings auch einen besonders hohen Nährstoffbedarf aufweisen. Dementsprechend ist die Pflanzenernährung ein wichtiger Baustein, um die geforderte Produktqualität liefern zu können.

Hybridzucchini zeichnen sich ebenfalls durch einen besonders hohen Ertrag aus. So können an einer Pflanze über mehrere Ernten, bis zu 12 marktfähige Zucchini wachsen. Da das Ernteprodukt zu ca. 95 % aus Wasser besteht und Zucchini ausgesprochen flach wurzeln, können diese hohen Erträge nicht ohne Bewässerung erzielt werden.

Bei der Grunddüngung ist besonders auf eine ausreichende Phosphor-Versorgung zu achten. Da sehr hohe Wassermengen benötigt werden, ist eine leistungsstarke Beregnungsanlage zu bevorzugen. Sollte Tröpfchenbewässerung angewendet werden, ist auf eine ausreichend dicke Mulchschicht zu achten, um Verdunstungsverluste zu reduzieren.

Der erste Vegetationsmonat der jungen Pflanzen ist besonders wichtig, da hier das Wurzelsystem initiiert wird. Im Zweiblattstadium sollte eine erste Blattdüngung mit einem phosphorbetonten Mehrnährstoffdünger und Mikroelementen geschehen. Hier empfiehlt sich die Anwendung von Complesal® P Max.

Zucchini hat außerdem einen ausgeprägten Kalium-Bedarf. Deshalb sollte mit der Kalidüngung mit Erscheinen der Knospen begonnen werden und normalerweise nach jeder Ernte nachgedüngt werden.

Außergewöhnlich verhält sich der Zucchinianbau bezüglich der Stickstoffdüngung. So können Zucchini bis zu 10.000 mg/kg Nitratstickstoff speichern. Dies ist ein Rekordwert unter allen Mitgliedern der Pflanzenwelt, aber problematisch für die Anbauer. Der Nitratstickstoff wird zwar gespeichert, aber nicht zu Proteinen oder Aminosäuren verarbeitet.

Um dieses Problem zu mindern und so die Stickstoffeffizienz zu steigern, sollten ab Erscheinen der ersten Knospen, in einem Abstand von 10 Tagen vor Fruchtbildungsbeginn, sowie vor der Ernte, in jeder Wachstumsperiode Mikronährstoffe gedüngt werden. So enthält etwa Complesal® MicroMix einen ausgewogenen Komplex von Mikroelementen, der alle Komponenten der drei Koenzyme der Nitratreduktase enthält, was das Produkt ideal für diesen Einsatzzweck macht.

Trotz Beregnung kann es im Sommer zu Hitzestress kommen. Oberhalb von 35 Grad übersteigt die Transpirationsrate die Absorptionsrate und es kommt zu einer Abnahme des Turgors. Daher wird die Anwendung von Anti-Stress-Präparaten bei Zucchini zu einer dringenden Notwendigkeit. Komplexe aus Aminosäuren und Phytohormonen bewältigen diese Aufgabe erfolgreich. Ihre Verwendung sollte aber besser auf die frühen Morgenstunden oder die Nacht verlegt werden, wenn der Turgor am höchsten ist. Wichtig ist hier, nicht auf den Stress zu warten, sondern die Aminosäuren im Voraus, vor dem vorhergesagten Temperaturanstieg, anzuwenden.

Ein weiterer wichtiger Teil des Ernährungssystems ist die Applikation von Calcium über das Blatt. Dieser Nährstoff ist für die Form und Integrität der Frucht verantwortlich. Die Anhäufung großer Wassermengen erfordert eine starke Zellwand, aber Calcium ist in pflanzlichen Organismen immobil. Besonders stark äußert sich diese Immobilität in Zucchini, die physiologisch nicht durch Prozesse der Wiederverwertung gekennzeichnet ist. Zucchini mobilisieren Nährstoffe nur unter kritischen Bedingungen, wenn die Pflanze bereits starke Mangelsymptome zeigt.

Calcium sollte deshalb zu jeder Ernte ab der Fruchtbildung zugeführt werden. Unifer bietet deshalb Complesal® Ascofol Ca an, das reich an Calcium und Aminosäuren ist, um zwei Probleme auf einmal zu lösen. Es bietet sowohl Stressschutz als auch eine Sicherung der marktfähigen Optik der Zucchini, in einer Behandlung. 

Während bisher viel zu grüner Ware geschrieben wurde, wird nun noch kurz erläutert, welch gegensätzliche Strategie beim Anbau von Verarbeitungsware genutzt wird. 

Bei Zucchinianbau für die Verarbeitung werden Liniensorten verwendet. Sie erfordern keine Bewässerung und das Hauptziel ist ein maximaler Ertrag. Die Grunddüngergaben sind bereits deutlich geringer, und die Zunahme von Trockenmasse und Fruchtgewicht erfolgt durch die Stimulierung von Wiederverwertungsprozessen. Dies ist möglich, da die Pflanze nach der Ernte nicht erhalten werden muss.

Ein Ernährungssystem könnte man deshalb so aufbauen:

1. Zur Wurzelsystembildung – Complesal® P Max

2. In der Phase der Knospenbildung Complesal® MicroMix für die Verarbeitung von akkumuliertem Stickstoff.

3. Ab Beginn der Fruchtbildung Complesal® Ascofol Ca zur Vermeidung von Fäulnis.

4. In der Phase der technischen Reifung Complesal® MicroMix zur Nährstoffrückgewinnung und Trockenmasseanreicherung.

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

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