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Stress und Stressreaktionen der Pflanze

06/06/2021

Es gibt wohl wenige Begriffe im Pflanzenbau, die derart unterschiedlich ausgelegt werden können, wie das Wort Stress.

Zunächst ist Stress von einem Nährstoffmangel abzugrenzen. Der Faktor, der in der Pflanze Stress auslöst, wird Stressor genannt. Das Wort Stress beschreibt jedoch eine (Abwehr)-Reaktion gegenüber einem Umweltfaktor, der der Pflanze Schaden zufügen könnte.
Die bekanntesten Stressoren sind verbunden mit einer Über- oder Unterversorgung der Pflanzen mit wichtigen Umweltelementen abgesehen von Nährstoffen. So können sowohl Trockenheit und Staunässe als auch zu hohe oder niedrige Temperaturen Stressoren sein. Auch eine zu starke Bestrahlung der Blätter mit Sonnenlicht, kann eine Pflanze stressen. Hier kommt es zu einer vermehrten Ausbildung freier Sauerstoffradikale (ROS), die etwa im Getreide zu nichtparasitären Blattflecken führen können. Auch Lichtmangel hemmt die Stoffwechselprozesse der Pflanze und induziert so Stress. Schließlich sind auch noch zu hohe Belastungen des Bodens mit Salz, Schwermetallen oder anderen phytotoxischen Elementen, als mögliche Stressoren zu nennen.

Um den Ablauf einer Stresseinwirkung zu beschreiben, bieten sich ein Drei-Phasen-Modell an.
Die erste Phase wird auch induktive Stressreaktion genannt. In dieser Phase werden bereits viele physiologische Prozesse gehemmt und Stoffwechselprodukte sammeln sich an. Prolin und Betain werden, vor allem bei Wassermangel, vermehrt zum Schutz vor osmotischem Stress exprimiert. Mit der Zunahme der Ethylensynthese bei gleichzeitiger Abnahme Wachstumshormonkonzentration, werden erste Abbau- und Reifeprozesse initiiert. Die Reaktionen der ersten Phase sind zwar analytisch messbar, laufen aber zu schnell ab, um sie makroskopisch, also mit dem Auge, rechtzeitig erkennen zu können.

Während der zweiten Phase passt sich die Pflanze an die neuen Bedingungen an. Die Nährstoffversorgung geschieht in dieser Zeit hauptsächlich aus pflanzeneigenen Reserven. Das bereits akkumulierte Prolin schützt die Proteine vor Denaturierung, während die Synthese von Aminosäuren weiterläuft. Deshalb sind auch zu diesem Zeitpunkt noch keine äußerlich sichtbaren, permanenten Veränderungen zu erkennen. Viele Pflanzen reduzieren aber die Einwirkungsfläche des Stressors, indem sie die Blätter eindrehen, hochklappen oder sogar abwerfen.

Im letzten Stadium, der Erschöpfung, sind schließlich auch äußerlich eindeutige Merkmale zu erkennen. Die lebenserhaltenden Stoffwechselprozesse können nicht mehr ausreichend aufrechterhalten werden, da gespeicherte Reserven aufgebraucht wurden und die Zellstrukturen werden folglich irreversibel geschädigt. In diesem Stadium kann eine Behandlung noch zur Minimierung des Schadens beitragen, um ihn zu verhindern, hätte man jedoch deutlich vor Auftreten der äußeren Symptome handeln müssen. Die Behandlung während der Stresseinwirkung ist jedoch nur bei auftretendem Hitzestress zu empfehlen. In allen anderen Fällen muss abgewartet werden, bis die ungünstigen Wetterbedingungen auslaufen, um anschließend eine Anwendung durchzuführen. Um Ertrags- und Qualitätseinbußen zu verhindern, sollten Sie deshalb die Wetterberichte schon im vornherein regelmäßig beobachten und stressmindernde Biostimulatoren bereits vor dem Stress anwenden. Selbst wenn sich die Wettervorhersagen nicht bewahrheiten, sind die Aminosäuren und Spurenelemente der Biostimulatoren, im Falle eines zukünftigen Stressereignisses noch verfügbar. Abschließend sei erwähnt, dass eine gute und vollumfängliche Pflanzenernährung natürlich essentiell ist, um einen möglichen Stresszustand zu vermeiden oder wenigstens so lange wie möglich zu vermeiden. Denken Sie hierbei nicht nur an die Makro- sondern auch an die Mikronährstoffe, die ebenso lebensnotwendig für die beteiligten Stoffwechselprozesse sind.

Die Mitarbeiter und Berater der Firma Unifer unterstützen Sie gerne bei der Suche nach der optimalen Nährstoffversorgung Ihrer Kultur, um sowohl Mangelsituationen als Phytotoxizitäten zu verhindern. Weiterhin können wir Sie auch zum erfolgsversprechenden Einsatz von Biostimulatoren beraten. 

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

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