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Wirkstoffverluste innerhalb der Herbizide im Zuckerrübenanbau

11/04/2021

Bereits zum ersten Januar 2020 wurde die Zulassung des Wirkstoffs Desmedipham entzogen. Der Wirkstoff diente der Herbizid Behandlung in Zuckerrüben und musste bereits im Frühjahr 2020 verbraucht werden, für Restbestände gilt inzwischen eine Entsorgungspflicht.

Auch die Zulassung des chemisch sehr ähnlichem Wirkstoffs Phenmedipham (PMP) läuft in naher Zukunft aus und so gehen weitere Pflanzenschutzmittel im Kampf gegen die Resistenzbildung verloren. Beide Wirkstoffe hemmen die Photosynthese im Photosystem II und werden somit mit einem hohem Resistenzrisiko in Verbindung gebracht. Während mit Completto bereits ab 2020 das erste PMP-haltige Pflanzenschutzmittel seine Zulassung verloren hat, laufen am 31.07.2021 die Zulassungen von den Pflanzenschutzmitteln Betosip SC, Betasana SC und Belvedere Duo aus. Ein Jahr später, am 31.07.2022 läuft Betanal Tandem aus. Wiederum ein halbes Jahr später, also am 31.12.2022, läuft die Zulassung von Aabetan Tandem, dem letzten PMP- basierenden Pflanzenschutzmittel, aus.

Fraglich ist jedoch, ob die Aufbrauchfrist, wie im Beispiel von Desmedipham nur 6 Monate nach Zulassungsende gilt oder ob die Standardfristen gelten. So gilt in der Regel eine 6-monatige Abverkaufsfrist und eine Aufbrauchfrist von insgesamt 18 Monaten nach Ende der Zulassung.

Folglich ist spätestens nach dem Frühjahr 2024, endgültig jeglicher Einsatz dieses Wirkstoffes verboten, sollte nicht überraschender Weise eine Wiederzulassung erfolgen.

Da mit DMP und vermutlich auch PMP zwei effektive blattaktive Wirkstoffe verloren gehen, bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch die Zulassung von Clopyralid ausläuft. Dieser Blattwirkstoff ist in PSM, wie Lontrel enthalten. Die Zulassungen aller Clopyralid-haltigen Mittel enden zwischen 2021 und Ende 2022. So läuft nicht nur zum 30.04.2021 die Zulassung von Lontrel 600 (am 31.12.2021 von Lontrel 720 SG) aus, auch Getreideherbizide, wie Ariane C und Primus Perfekt laufen zum 30.04.2021 aus. Es bleibt abzuwarten, ob eine Wiederzulassung erreicht werden kann.
Da weiterhin auch mit Debut am 31.12.2022, das letzte Triflusulfuron-haltige Pflanzenschutzmittel seine Zulassung verliert, wird die Auswahl an blattaktiven Wirkstoffen ab dem Jahr 2024, in den Zuckerrüben sehr gering und eine Resistenzbekämpfung zunehmend erschwert.

Es bleibt zu hoffen, dass neue Blattherbizide zugelassen werden, oder aber doch Wiederzulassungen der zuvor genannten Wirkstoffe genehmigt werden. Wirkstoffe wie Ethofumesat (z.B. Tramat 500), Metamitron (z.B. Goltix Gold) und Quinmerac (z.B. Goltix Titan) besitzen aktuell Zulassungen für 2023 und später und bleiben so hoffentlich noch länger für den Rübenanbau erhalten. Fraglich ist jedoch, ob ein Resistenzmanagement mit einer derart begrenzten Auswahl an Wirkstoffen dauerhaft erfolgreich ist. Ein wichtiges Glied des Resistenzmanagements ist es, zu jedem Zeitpunkt die maximale Wirksamkeit der ausgebrachten Herbizide zu gewährleisten. Selten wird hierbei die Beschaffenheit der Spritzbrühe beachtet. Jedoch Sorgen hartes Wasser und ein hoher pH- Wert, wie er häufig im Brauchwasser der Betriebe vorliegt, für einen raschen Wirkverlust der Herbizide. Beispielsweise wird PMP bei einem pH-Wert von 9 nach 7-10 Minuten bereits zur Hälfte abgebaut oder deaktiviert. Dieser Effekt wirkt also bereits nach 10 Minuten, wie ein Aufwandmengenreduktion um 50 %! Eine gleichzeitige Reduktion der tatsächlichen Aufwandmenge oder eine noch längere Lagerung der Brühe in der Spritze gefährdet die Wirksamkeit umso mehr, mit den allseits bekannten Auswirkungen auf die Resistenzbildung. Diese Effekte können mit Additiven zur Wasserkonditionierung leicht vermieden werden, jedoch werden diese oft aufgrund ihrer Kosten gescheut. Mit Complesal® B Max pH können wir Ihnen einen Spurennährstoff-Mischdünger anbieten, der ebenfalls diese wasserkonditionierenden Eigenschaften aufweist aber gleichzeitig die Pflanze mit Bor und Mangan versorgt. Auch bezüglich der Kosten pro Anwendung sind die Complesale® konkurrenzfähig gegenüber reinen Wasserkonditionierern, da (je nach Produkt) nur 30 - 150 ml / 100 l Spritzbrühe benötigt werden, um das Wasser zu enthärten und den pH-Wert zu neutralisieren. 

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

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