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Funktionen und Verfügbarkeit des Phosphors

17/01/2021

Liebe Partner*innen, liebe Kunden*innen!

Dies ist der erste Servicepost, der dazu dient, Sie zu unterhalten und gleichzeitig etwas über Pflanzenbau und Düngung zu erfahren.
Sie können sich auf weitere Posts in naher Zukunft freuen!

Phosphor (P) ist eines der wichtigsten pflanzlichen Makronährelemente, weshalb der russische Biochemiker Isaac Asimov es 1959 als „Nadelöhr des Lebens“ bezeichnete. Wenn nicht mehr genügend Phosphor vorhanden ist, stellen alle Lebewesen ihr Wachstum ein. Denn Phosphor ist Teil der DNA, Teil des Energieträgers ATP, Teil von vielen Lipiden, Proteinen und schließlich auch Bestandteil von Enzymen. Da all diese Zellbestandteile essenziell für die Pflanzen sind, wird auch schnell klar, dass eine gute Ernte ohne eine ausreichende Phosphorversorgung nicht möglich ist.

Mangelsymptome im Mais sind etwa:
 violett verfärbte Blätter
 Wuchsdepressionen
 taube Kolbenspitzen
 verzögerte Abreife

Aber auch in Winterkulturen kann bei P-Mangel die Wurzelbildung stark eingeschränkt sein. Dies sorgt für Wuchsdepressionen, die u.U. erst im Ertrag bemerkt werden, wenn bereits geerntet wurde.

Doch wieso genügt es nicht, vor Wachstumsbeginn die Menge an Phosphor-Dünger auszubringen, die die Pflanze aufnehmen wird? Und wieso tritt P-Mangel teils auch auf gut versorgten Böden auf?

Beide Fragen können mit der sehr geringen Mobilität des Phosphors im Boden begründet werden.
Im Gegensatz zum Nitrat sind die Diffusionsstrecken des Phosphats sehr klein (nur 1-2 mm Verlagerung), da es fest an die Bodenmatrix gebunden ist.
Dies führt dazu, dass für die Pflanze nur 5-20%, des laut Bodenanalyse verfügbaren Ps, auch tatsächlich verfügbar sind.
Ist der Boden zu trocken oder die Wurzeln sind (z.B. aufgrund von P-Mangel oder Bodenverdichtung) gehemmt, nimmt dieser tatsächlich verfügbare Phosphoranteil sogar noch drastisch ab.
Auch die Mineralisierung des organisch gebundenen Ps (ca. 40% des Gesamt-Ps im Wurzelraum) kann durch ungünstige Bedingungen gehemmt werden. So sollte hier ein pH-Wert von 6-7,5 sowie ein feuchter, warmer und gut durchlüfteter Boden angestrebt werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Pflanze ein Vielfaches ihres Vegetationsbedarfs an verfügbaren Phosphor im Boden benötigt und so eine P-Düngung in Höhe des erwarteten Entzuges in schwächer versorgten Böden nicht ausreicht. Doch selbst wenn die Böden gut versorgt sind, können Wurzelschäden oder ungünstige Frühjahrsbedingungen, wie Trockenheit oder ein zu kalter Boden, zu Phosphormangel führen.
Da dies leider oft nicht an äußerlichen Symptomen zu erkennen ist, empfiehlt sich vor allem bei empfindlichen Kulturen (Mais, Roggen, Kohl, Kartoffel) eine Phosphor-Blattdüngung in der Jugendphase sowie zu Beginn des generativen Wachstums. 

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