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Langfristige Strategie und Loyalität gegenüber Mitarbeitern und Kunden:

28/05/2015
Treffen der internationalen „Unifer-Familie“in Kachowka, Südost-Ukraine, 23.05.2015

Internationale Unifer-Frühlingskonferenz 2015 in Kachowka, Südost-Ukraine, 19.-23. Mai

Kachowka ist eine ukrainische Kleinstadt mit 38.000 Einwohnern. Von hier sind es nur 70 km bis zur Krim und ca. 300 km bis bis nach Mariupol im Donezk-Gebiet, der Frontlinie eines nichterklärten Krieges, der niemandem Nutzen und allen nur Schaden bringt.

Um so mehr freute sich das Unifer-Team, und besonders unsere Kollegen aus der Ukraine, dass Unifer International GmbH gerade diesen Ort, den Sitz unserer Tochtergesellschaft TOV Unifer in der Ukraine, für die jährliche Frühjahrs-Managementkonferenz der Unifer-Gruppe mit 50 Teilnehmern aus der Ukraine, Russland und Deutschland wählte. Aus Deutschland reisten die Geschäftsführer Angelika und Dr. Dirk Rackow, Friedhelm Meyer (Leiter Feldentwicklung) sowie Jens Mackens (Fachberatung/Vertrieb) an.

Das Cherson-Gebiet, in dem Kachowka liegt, ist mit einer Fläche von 28.461 km2 in etwa so groß wie das Bundesland Brandenburg, und wie dieses wird es vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. In den zurückliegenden 20 Jahren entwickelte es sich zu einem der bedeutendsten Zentren modernen Gemüseanbaus in Europa. Ermöglicht wurde dies durch das sonnige Klima dieser an das Schwarze Meer grenzenden Region, seine fleißigen Bewohner – viele Gemüsefarmen sind übrigens seit den 90er Jahren neugegründete stolze Familienbetriebe - und ein aus dem wasserreichen Dnipro-Fluß gespeisten ausgedehntes Kanalsystem, das seit über 50 Jahren besteht und über das eine Fläche von ca. 2 Mio ha bewässert werden kann. 

Die flächenmäßig größten Kulturen hier sind Industrietomaten (zur Herstellung von Tomatenpaste) und Zwiebeln, aber auch diverse Melonen, Zucchini, Auberginen, Paprika und weiteres Freilandgemüse. Wichtigste Feldkultur ist Soja, daneben werden auch Mais, Sonnenblume und Getreide angebaut. Besonders die Tomate prägt diese Region. Bereits seit Mitte der 90er Jahre siedelten sich hier mehrere moderne Verarbeiter und Vermarkter an:

Eine der ersten erfolgreichen Auslandsinvestitionen in der ukrainischen Landwirtschaft war das 1996 von schwedischen Investoren gegründete Unternehmen „Chumak“, bekannt in der Ukraine vor allem durch seinen erstklassigen, höchsten Qualitätsansprüchen genügenden Ketchup.
Ab 2007 folgte dann die „Agrofusion/Inagro“-Gruppe, heute mit eigenem Anbau von 5.500 ha Freilandtomaten unter Tröpfchenbewässerung und zwei hochmodernen Verarbeitungsfabriken zur Herstellung von Tomatenpaste. Mittlerweile beträgt deren Verarbeitungskapazität 500.000 t Tomaten im Jahr – und das bei einer relativ kurzen Erntesaison von nur 2 Monaten, vergleichbar mit den Anbaubedingungen im Süden von Ontario/Kanada. Innerhalb der zurückliegenden 10 Jahre haben sich die Erträge bei Tomaten in der Region nahezu verdoppelt, auf bis zu 100 t/ha, manchmal sogar schon darüber. Die im Cherson-Gebiet hergestellte Tomatenpaste erfüllt höchste internationale Qualitätsstandards und wird inzwischen überwiegend westwärts exportiert, in die Länder der EU und sogar bis hin nach Japan.
Eine der jüngsten Investitionen in der Region ist das Vermarktungs- und Logistikzentrum für Freilandgemüse „Green Team“, mit ausgedehnten Kühllägern und Verpackungslinien, das fast durchgehend das ganze Jahr über die neu entstandenen Supermarktketten in der Ukraine mit hochqualitativem Gemüse versorgt, nach Qualitätsstandards, die sich von jenen in Deutschland nicht unterscheiden.

Wenn man sich in einer solchen Region trifft, war es klar, dass die ukrainischen Unifer-Kollegen mit ihren internationalen Gästen nicht nur im Konferenzsaal tagten, sondern sich auch auf den Feldern der Umgebung umschauten. Schwerpunkt war dabei der Erfahrungsaustausch der Feldentwicklungs- und Marketingfachleute vor allem hinsichtlich der Planung und Durchführung von Feldversuchen, und die Vorbereitung der Unifer-Feldtage 2015 in verschiedenen Ländern. So wurden zum Beispiel während der Konferenz gemeinsam Versuche angelegt mit neuen Produktformulierungen unserer Suspensions-Blattdünger (z.B. „P Max“, „B Max“, „MacroMix“, „MicroMix/Grain“), sowie im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen Unifer und BASF Versuche mit einer innovativen, vielversprechenden Pflanzenstimulierungstechnologie in der Tomate im Bewässerungsanbau.

Bevor die internationale Unifer-Konferenz am Wochenende ausklang, setzten die Kollegen aus mehreren Ländern bei einem gemeinsamen freiwilligen Arbeitseinsatz zur Verschönerung des Außenbereichs und der Grünanlagen am Sitz von Unifer Ukraine in Kachowka ein Zeichen für den Frieden und die Verständigung – in einem Land und einer Region, die gegenwärtig nicht einfache Zeiten durchmacht. Auf dem zeitgleich stattfindenden Familien- und Kinderfest von Unifer, und anschließend mit einer Grill-Party für die Mitarbeiter und Angehörigen am Ufer des idyllischen Dnipro-Flusses, wurde dann das 14-jährige Firmenjubiläum von TOV Unifer in der Ukraine ausgelassen gefeiert.

Grund zum Feiern gab es auch angesichts der Geschäftsergebnisse in der ersten Saisonhälfte 2015:

In einer Zeit, in der einige andere internationale Unternehmen über einen teilweisen oder gänzlichen Rückzug aus dieser osteuropäischen Krisenregion nachdenken oder nachdachten, hat Unifer das eigene Engagement in der Ukraine und in Russland bekräftigt und steht auch zu seiner sozialen Verantwortung in diesen Ländern. Im zurückliegenden Krisen- und Kriegsjahr hat Unifer keine Stellen abgebaut, sondern in beiden Ländern sogar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Allein im landwirtschaftlichen Fachberatungs- und Vertriebsteam wurden seit November 2014 im Bereich Pflanzenernährung sechs und im Bereich Pflanzenbewässerung drei neue Mitarbeiter in der Ukraine und Russland eingestellt. 80% der Mitarbeiter des Fachberatungsteams für Pflanzenernährung in beiden Ländern haben den akademischen Grad eines Doktors der Landwirtschaftswissenschaften.

Der Erfolg hat uns belohnt: Zum Zeitpunkt der Konferenz lag der Gesamtumsatz von Unifer in der Region bereits 24% über dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchs das Geschäft mit Suspensions-Blattdüngern in Russland, mit einem Wachstum von 47%. Auch das Geschäft in der Republik Moldau mit einem Umsatzwachstum von 20% entwickelt sich weiter dynamisch.

Was uns aber am meisten freute, besonders für die Kollegen, die unter dem schwersten Druck, physisch und psychisch, in den zurückliegenden 1,5 Jahren arbeiten mussten, war der Saisonbeginn 2015 in der Ukraine: Wir konnten in den ersten Monaten 2015 auch dort ein Wachstum erreichen – mit 8% Umsatzsteigerung im Dünger- und 34% (!) im Bewässerungsbereich.

Eine langfristige Strategie und vor allem Treue zu den Mitarbeitern und Kunden zahlt sich eben aus!

Für weitere Eindrücke von der Unifer Frühlingskonferenz unserer Mannschaft in der Ukraine und Russland, klicken Sie bitte unten auf die Bilder.