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Familienbetriebe

08/08/2021

Familienbetriebe ernähren die Welt

Jeder, der in der Landwirtschaft tätig ist, kennt die großen Strukturen, die oft in den neuen Bundesländern und in den osteuropäischen Nachbarländern zu finden sind und ist sich bewusst, dass diese Strukturen eine unschlagbare Arbeits- und Kosteneffizienz ermöglichen. Laut einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), stemmen jedoch gerade die Kleinstbetriebe etwa ein Drittel des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs.

Die Studie wurde im Juni 2021 in dem Journal World Development veröffentlicht und zeigt beispielsweise, dass es weltweit über 608 Millionen landwirtschaftliche Betriebe gibt, von denen 90 % als Familienbetrieb geführt werden. Sie bewirtschaften 70-80 % der landwirtschaftlichen Fläche und produzieren hierbei etwa 80 % der weltweiten Nahrungsmittel. Im weltweiten Durchschnitt bewirtschaften 84 % der landwirtschaftlichen Betriebe weniger als zwei Hektar und insgesamt zusammen nur 11 % der weltweiten landwirtschaftlichen Fläche. Auf diesen kleinen Flächen sind sie jedoch so effizient, dass sie 35 % der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ermöglichen.

Die landwirtschaftliche Strukturgröße differiert jedoch stark von Land zu Land. Während in China etwa 80% der Betriebe zu diesen Kleinbetrieben zählen, sind es in Brasilien und Nigeria nur niedrige einstellige Prozentzahlen. Die Betriebsgröße steigt jedoch tendenziell mit dem nationalen Einkommensniveau, wobei über 99 % der Betriebe in Ländern mit hohem Einkommen, mehr als 5 ha bewirtschaften, während dieser Anteil in Ländern mit niedrigem Einkommen nur 28 % beträgt.

Der Trend zu immer größeren Strukturen scheint jedoch nicht unaufhaltsam und so ist in einigen Ländern sogar eine Zunahme der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu verzeichnen. So ist ihr Anteil beispielsweise in den USA, Lateinamerika und Australien um 4-6 % gestiegen. Als einen der möglichen Gründe für dieses Wachstum nennen die Autoren der Studie das wachsende Interesse an lokal hergestellten Produkten.

Ob diese aufgrund des gesteigerten Gesundheitsbewusstseins, aus ökologischen oder sozialen Gründen verstärkt nachgefragt werden, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar sagen. Möglich ist auch eine Kombination dieser Trends. Beim Anblick der Zahlen wird auf jeden Fall klar, dass die kleinbäuerliche Landwirtschaft nach wie vor unverzichtbar zur Welternährung ist. Dementsprechend werden auch wir immer unser Bestes geben und jedem Landwirt, unabhängig von seiner Betriebsgröße, maßgeschneiderte Produkte und Beratungen zur Verfügung stellen.

Auf der folgenden Website können Sie eine Zusammenfassung des FAO-Berichtes finden: http://www.fao.org/news/story/en/item/1395127/icode/